Die Architektur, die Sie in den meisten technischen Mittelständlern finden. Eine Momentaufnahme dessen, was da ist.
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UNTERNEHMENSLENKUNG Strategie · Investition · Führung · Marktpositionierung WEITERE WERTSTRÖME Produktentwicklung Idee → Konzept → Reife Industrialisierung Prozess → Pilot → Serienanlauf Serviceentwicklung Anfrage → Lösung → Pflege MARKT Eingang PRIMÄRER WERTSTROM · AUFTRAGSABWICKLUNG A0 Anfrage A1 Angebot A2 Auftrag A4 Produktion A6 Prüfung A7 Lieferung A9 Service MARKT Ausgang Rückkopplung · Verbesserung speist die nächste Anfrage APPLIKATIONEN ERP · CRM · MES · PLM · QMS · WMS EXTERNE KNOTEN Lieferant A Material Lieferant B Komponenten Dienstleister Fremdleistung Wertstrom weitere Wertströme Applikationskopplung Rückkopplung
Abteilungen wie Vertrieb, Konstruktion, Einkauf, Qualität, Arbeitsvorbereitung und Service erscheinen nicht im Bild. Der Wertstrom geht durch sie hindurch, gehört aber keiner von ihnen. Wer an welcher Station typischerweise arbeitet, steht in den jeweiligen Klick-Beschreibungen.
Wie ein konkreter Betrieb darin tatsächlich entscheidet, lernt und sich anpasst, ist eine Schicht darüber. Sie lässt sich nur am konkreten Fall lesen, nicht im Diagramm.

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Wenn Sie sich in diesen Fragen wiederfinden und es konkret werden soll, schreiben Sie mir. Kein Verkaufsgespräch. Wir klären, ob das, was Sie beschäftigt, etwas ist, wobei ich konkret helfen kann.

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Die Bausteine des Wertstromsystems im Detail

Die folgenden Beschreibungen entsprechen den Texten, die im interaktiven Architekturbild beim Anklicken eines Bausteins erscheinen.

Unternehmenslenkung. (Schicht · wirkt auf alles)

Was es ist: Die Schicht, von der aus Strategie, Investition, Personalstruktur und Marktpositionierung gesteuert werden. Sie ist nicht Wertstrom, sie sorgt dafür, dass Wertströme überhaupt entstehen und sich entwickeln können.

Wie es koppelt: Wirkt auf den primären Wertstrom über Ziele und Ressourcen. Wirkt auf weitere Wertströme über Investitionsentscheidungen und Produktportfolio. Wirkt auf Applikationen über die IT-Strategie. Wirkt auf externe Knoten über die Lieferantenstrategie.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn die Unternehmenslenkung im Tagesgeschäft mitarbeitet statt zu lenken, kompensiert sie Lücken in den Schichten darunter. Die Operative funktioniert, die Steuerung fehlt. Strategische Fragen bleiben liegen, weil immer etwas Dringenderes da ist. Wachstum macht das nicht besser, sondern sichtbarer.

Wer dort typischerweise arbeitet: Geschäftsführung, Eigentümer, Beirat oder Aufsichtsrat, je nach Gesellschaftsform.

Frage aus der Praxis: Wo arbeiten Sie in Ihrem Betrieb selbst, wo lenken Sie, und wo wäre genau umgekehrt das Richtige?

Anfrage. (A0 · Wertstrom)

Was es ist: Die erste Stelle, an der eine Kundenfrage in den Betrieb eintritt. Hier entsteht das Bild davon, was der Kunde wirklich will und ob der Betrieb das leisten kann.

Wie es koppelt: Vom Markt herein. Zum Vertrieb für die Antwortfähigkeit, zur Konstruktion für Machbarkeit, in den meisten Fällen auch zur Geschäftsführung für strategische Bedeutung.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn nicht geregelt ist, wer welche Anfrage in welcher Tiefe prüft, prüfen zwei Stellen unabhängig voneinander oder es prüft niemand richtig. Im Tagesgeschäft heißt das oft, dass die Antwort schneller raus muss als die Klärung dauert.

Wer dort typischerweise arbeitet: Vertrieb, Geschäftsführung, bei technischen Fragen die Konstruktion, bei strategischen Anfragen das Projektmanagement.

Frage aus der Praxis: Werden Anfragen in Ihrem Betrieb dort geprüft, wo das Wissen sitzt, oder dort, wo gerade Zeit ist?

Angebot. (A1 · Wertstrom)

Was es ist: Das Versprechen, das der Betrieb dem Kunden gibt, bevor der Auftrag steht. Spezifikation, Preis, Termin.

Wie es koppelt: Vorne an die Anfrage, hinten an den Auftrag. Zur Konstruktion für die technische Spezifikation, zur Kalkulation für den Preis, zur Logistik für den Termin.

Wo Kompensation entstehen kann: Unter Zeitdruck übersetzt der Vertrieb Kundenwünsche frei nach eigener Erfahrung. Die Konstruktion findet später Anforderungen im Vertrag, die sie nicht mitgeklärt hatte. Was fehlt, wird in der Produktion durch Improvisation aufgefangen.

Wer dort typischerweise arbeitet: Vertrieb, Kalkulation, Konstruktion, Einkauf für Materialpreise, Logistik für Termine.

Frage aus der Praxis: Gibt es in Ihrem Betrieb Angebote, die nach Vertragsschluss noch einmal innen geklärt werden müssen?

Auftrag. (A2 · Wertstrom)

Was es ist: Die Stelle, an der eine Zusage zum verbindlichen Auftrag wird. Ab hier laufen Material, Maschinen und Termine.

Wie es koppelt: Vom Angebot, zur Planung für die Reihenfolge, zur Beschaffung für Material, zum Vertragswesen für die kaufmännische Absicherung.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn der Auftrag aus dem Angebot übernommen wird, ohne Lücken zwischen beiden zu klären, hinterlässt das Spuren bis in die Produktion. Erfahrene Mitarbeiter merken solche Lücken im Tagesgeschäft und gleichen sie selbst aus, oft ohne dass es jemand mitbekommt.

Wer dort typischerweise arbeitet: Vertrieb, Arbeitsvorbereitung, Beschaffung, Vertragswesen, bei Großaufträgen das Projektmanagement.

Frage aus der Praxis: Wie oft erleben Sie, dass ein Kunde im Tagesgeschäft etwas erwartet, was im Auftragsdokument so nicht steht?

Produktion. (A4 · Wertstrom)

Was es ist: Die Stelle, an der das Versprochene tatsächlich entsteht. Material wird zu Produkt, Spezifikation wird zu Wirklichkeit.

Wie es koppelt: An die Beschaffung für Material, an die Konstruktion für Zeichnungen, an die Prüfung für Qualität, an die Steuerungssoftware für Reihenfolge und Rückmeldung.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn Vorgaben unklar sind oder Zeichnungen widersprüchlich, entscheiden Meister und Schichtleiter aus Erfahrung, was richtig ist. Ihre Erfahrung trägt. Nur wandert das Wissen mit ihnen, nicht im Betrieb.

Wer dort typischerweise arbeitet: Fertigung, Meister, Schichtleiter, Arbeitsvorbereitung, Werkzeugbau, Instandhaltung.

Frage aus der Praxis: Was passiert in Ihrem Betrieb, wenn Ihr bester Mann zwei Wochen Urlaub hat?

Prüfung. (A6 · Wertstrom)

Was es ist: Die Stelle, an der das Erzeugte gegen seine Spezifikation gehalten wird. Was den Betrieb verlässt, hat hier seinen letzten Filter.

Wie es koppelt: An die Produktion, an das Qualitätsmanagement, an die Reklamationsbearbeitung, an die Konstruktion für systematische Rückläufe.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn Prüfanweisungen veraltet sind oder unvollständig, prüft die Erfahrung mit. Bei Schichtwechsel wird unterschiedlich streng geprüft. Das wird oft erst sichtbar, wenn der Kunde reklamiert, dann ist es zu spät für die Stelle, an der es entstanden ist.

Wer dort typischerweise arbeitet: Qualitätsmanagement, Prüfer in der Linie, Schichtleiter, Reklamationsbearbeitung.

Frage aus der Praxis: Wie konstant ist die Prüfschärfe in Ihrem Betrieb über Schichten und Personen hinweg?

Lieferung. (A7 · Wertstrom)

Was es ist: Die Stelle, an der die Leistung den Betrieb verlässt und beim Kunden ankommt.

Wie es koppelt: An den Versand, an die Spedition, an das Lagerverwaltungssystem, an den Kunden selbst.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn Liefertermine eng werden, organisiert die Logistik außerplanmäßige Touren oder Sonderfahrten. Diese werden im System oft nicht sauber abgebildet, sondern per Anruf und kurzer Nachricht koordiniert. Wer das macht, weiß im Kopf, was der Stand ist.

Wer dort typischerweise arbeitet: Versand, Logistik, Disposition, Speditionspartner, bei Sonderfällen der Vertrieb.

Frage aus der Praxis: Wie oft wird eine Lieferung in Ihrem Betrieb anders ausgeführt als geplant, ohne dass es jemand systematisch verfolgt?

Service. (A9 · Wertstrom)

Was es ist: Die Stelle, an der die Leistung beim Kunden weiterlebt, gepflegt oder repariert wird. Hier zeigt sich, ob das Produkt im Alltag trägt.

Wie es koppelt: An den Kunden direkt, an die Konstruktion für Verbesserungen, an den Vertrieb für Folgeaufträge, an die Buchhaltung für Servicerechnungen.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn Servicewissen nicht systematisch zurück in Entwicklung und Vertrieb fließt, lernt der Betrieb aus Reklamationen nichts. Servicemitarbeiter wissen oft mehr über die Schwachstellen eines Produkts als die Entwickler, die es gebaut haben.

Wer dort typischerweise arbeitet: Servicetechniker, Kundendienst, Konstruktion für Reparaturen, Vertrieb für Folgeaufträge.

Frage aus der Praxis: Wie schnell erfährt Ihre Konstruktion, was beim Kunden im Service auffällt?

Markt. (Eingang und Ausgang)

Was es ist: Anfang und Ende des Wertstroms. Was hineinkommt, geht in veränderter Form wieder hinaus. Der Markt ist nicht Teil des Betriebs, aber das, woran er sich misst.

Wie es koppelt: Am Eingang an die Anfrage, am Ausgang an Service und Marktbeobachtung. Plus an Marketing für Sichtbarkeit, an Vertrieb für Beziehung.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn der Markt nur durch wenige Personen gelesen wird, etwa nur durch den Vertrieb oder nur durch den Geschäftsführer, bleibt das Bild des Marktes schmal. Andere im Betrieb haben dann keinen eigenen Bezug, sondern arbeiten gegen ein Bild, das sie nicht prüfen können.

Wer dort typischerweise arbeitet: Marketing, Vertrieb, Geschäftsführung, Produktmanagement, Servicetechniker mit Kundenkontakt.

Frage aus der Praxis: Wer in Ihrem Betrieb hat regelmäßigen Kontakt mit Kunden, der nicht durch den Vertriebsfilter läuft?

Produktentwicklung. (Wertstrom)

Was es ist: Ein eigenständiger Wertstrom für neue Produkte. Von der ersten Idee über Konzept und Prototyp bis zur Serienreife. Hat eigene Stationen, eigene Logik, eigene Zeitlogik.

Wie es koppelt: Speist Lösungen in Anfrage und Angebot, sobald Produkte verkaufsfähig sind. Übergibt an die Industrialisierung, wenn die Funktionsreife erreicht ist.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn die Übergabe aus der Entwicklung in die Industrialisierung nicht trägt, klären Produktionsleiter und Konstrukteure später Themen, die schon vor der Übergabe hätten geklärt sein müssen. Die ersten Serien laufen dann mit Sonderaufwand, der nirgends als solcher auftaucht.

Wer dort typischerweise arbeitet: Konstruktion, Entwicklung, Versuchstechnik, Produktmanagement, Projektleitung.

Frage aus der Praxis: Werden in Ihrem Betrieb neue Produkte sauber an die Industrialisierung übergeben, oder muss die Produktion sie erst noch reifen?

Industrialisierung. (Wertstrom)

Was es ist: Ein eigenständiger Wertstrom, der die Fertigungslage für ein neues Produkt entwickelt. Industrialisierung ist nicht Fertigung. Sie baut die Anlagen, Werkzeuge, Vorrichtungen und Prüflagen, damit Fertigung überhaupt stabil laufen kann. Konzeption von Fertigungsprozessen, Werkzeugbau, Pilotserien, Serienanlauf, Reifegrad.

Wie es koppelt: Übernimmt von der Produktentwicklung, wenn das Produkt funktional reif ist. Übergibt an die Produktion, wenn der Fertigungsprozess stabil läuft. Koppelt parallel an Qualitätsmanagement für Prüfkonzepte und an Beschaffung für Lieferantenqualifizierung.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn Industrialisierung als eigene Disziplin nicht etabliert ist, springen Produktionsleitung und Konstrukteure gemeinsam ein. Werkzeuge werden im laufenden Anlauf nachgebessert, Prüfkonzepte entstehen während der ersten Serien, das Wissen über stabile Prozesse bleibt bei wenigen Personen. Die erste Serie wird zur Erprobung, ohne dass es so genannt wird.

Wer dort typischerweise arbeitet: Industrial Engineering, Fertigungsplanung, Werkzeugbau, Anlaufmanagement, Qualitätsplanung.

Frage aus der Praxis: Wer in Ihrem Betrieb ist eigentlich dafür verantwortlich, dass ein neues Produkt in stabilen Stückzahlen aus der Fertigung kommt?

Serviceentwicklung. (Wertstrom)

Was es ist: Ein eigenständiger Wertstrom für Dienstleistungs- und Wartungskonzepte. Was wird angeboten, wie wird es geleistet, wie wird es bepreist, wie wird es gepflegt.

Wie es koppelt: Speist in Lieferung und Service. Koppelt zurück in die Produktentwicklung, wenn Servicebefunde in Produktverbesserungen einfließen.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn Servicekonzepte nicht systematisch entwickelt werden, improvisieren Techniker im Einsatz beim Kunden. Was funktioniert, bleibt im Kopf des Technikers. Wenn er geht, geht das Konzept mit.

Wer dort typischerweise arbeitet: Service-Engineering, Kundendienstleitung, Marketing, Vertrieb, Produktmanagement.

Frage aus der Praxis: Wer in Ihrem Betrieb entwickelt eigentlich die Servicekonzepte, oder entstehen sie auf der Reise zum Kunden?

Applikationen. (Schicht)

Was es ist: Softwarewerkzeuge, die an Wertstromstationen andocken. Klassisch ERP, CRM, MES, PLM, QMS, Lagerverwaltung. Sie sind nicht der Wertstrom, sie unterstützen ihn.

Wie es koppelt: An mehrere Stationen, manchmal an weitere Wertströme. Eine Applikation, die nirgends an den Wertstrom koppelt, ist Kosten ohne Wirkung.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn die Anforderung an eine Software nicht aus der Logik des Wertstroms abgeleitet ist, wird die Software an einer Stelle eingeführt, an der sie nicht trägt. Im Tagesgeschäft füllen dann Excel-Listen, Teams-Nachrichten und schnelle Anrufe die Lücken zwischen System und Realität.

Wer dort typischerweise arbeitet: IT, Prozessverantwortliche, Power-User in den Fachabteilungen, externe Implementierungspartner.

Frage aus der Praxis: Welche Anwendungen in Ihrem Betrieb werden von den Menschen tatsächlich genutzt, und welche werden umgangen?

Lieferanten und Dienstleister. (Externe Knoten)

Was sie sind: Externe Knoten, die in die Hauptlinie einspeisen. Material, Komponenten, Fremdleistungen. Sie sind nicht Teil des Betriebs, aber Teil seines Wertstromsystems.

Wie sie koppeln: An die Beschaffung für Material, an die Produktion für Komponenten, an den Service für Fremdleistungen. Manche koppeln auch an Applikationen wie ERP für Bestelldaten.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn Schnittstellen zu Lieferanten nicht klar geregelt sind, übernimmt die eigene Beschaffung Klärungen, die eigentlich beim Lieferanten gehören. Bei Reklamationen geht oft mehr Zeit ins Klären der Zuständigkeit als in die Lösung.

Wer dort typischerweise arbeitet: Einkauf, Beschaffung, Qualitätsmanagement für Lieferantenqualifizierung, Wareneingang.

Frage aus der Praxis: Wie viel Zeit Ihrer Beschaffung geht in das Klären von Dingen, die der Lieferant schon hätte geklärt haben müssen?

Rückkopplung. (Kreis)

Was es ist: Der Pfad, über den Lernen aus Service und Verbesserung in die nächste Anfrage und das nächste Angebot fließt. Macht aus dem Wertstrom einen Kreis statt einer Linie.

Wie es koppelt: Vom Service zurück zur Konstruktion, vom Reklamationsmanagement zurück zum Vertrieb, von der Verbesserung zurück in alle Stationen, die das Lernen betrifft.

Wo Kompensation entstehen kann: Wenn die Rückkopplung fehlt oder durch wenige Einzelpersonen läuft, lernt der Betrieb nicht aus seiner eigenen Arbeit. Dieselben Reklamationen kommen wieder, dieselben Verbesserungsvorschläge versickern, dieselben Schwachstellen werden in jeder neuen Serie erneut entdeckt.

Wer dort typischerweise arbeitet: Qualitätsmanagement, kontinuierliche Verbesserung, Servicetechniker, Konstruktion, alle die Kundenrückmeldungen erhalten.

Frage aus der Praxis: Wo in Ihrem Betrieb fließt heute systematisch Lernen aus dem Service zurück in Entwicklung und Vertrieb?